In die Schweiz auswandern Teil 2: Arbeiten in der Schweiz

Auswandern in die Schweiz

Der erste Arbeitsvertrag in der Schweiz

Wenn du Deinen ersten Arbeitsvertrag bekommst darfst du dich nicht wundern, wenn dieser nur aus einem DIN-A4-Blatt besteht. Meistens bekommt man noch ein Gesamtarbeitsvertrag in Form eines Büchleins mit auf dem Weg. Auf dem DIN-A4-Blatt steht dann wieviel Stunden gearbeitet wird, wieviel man im Monat verdient und für welche Position man eingestellt wird. Das Gehalt wird in der Schweiz in Brutto als Pauschaler fester Betrag auf dem Vertrag angegeben. z.b 5100 fr für 170 Std. Arbeitet man weniger, sammelt sich ein Minus an und bei Überzeit bekommt man dies als Plus gutgeschrieben. In der Schweiz hat man in fast allen Unternehmen ein 13 Monatsgehalt.

Vorstellungsgespräch in der Schweiz

Es gibt nicht viel zu sagen. Ein Vorstellungsgespräch in der Schweiz kann sich über mehrere Stunden ziehen und ist in der Regel sehr Trocken und Diplomatisch.

Lohnverhandlungen übliche Lohnhöhe in der Schweiz

In der Schweiz wird der Lohn mit dem Arbeitgeber immer verhandelt. Die Frage: „Wie sind ihre Lohnvorstellungen?“ Wird man immer hören. WICHTIG. Wir Deutsche neigen dazu diese Frage mit einem e..h… ehmmm… uhgg…. Zu beantworten. Erkundigt euch vorher wieviel in euerem Beruf üblich ist. In meinem E-Book habe ich die üblichen Löhne für diverse Kantone und Berufszweige zusammengefasst.
Beispiel. Bewirbt sich ein 25 – 30-Jähriger fürs Lager oder um einen Fabrikjob, dann sind Löhne zwischen 4300-4600 üblich. Das sind auch die Mindestlöhne für Vollzeit im Gewerblichen Bereich. Als Beispiel, Ein MC Donalds Mitarbeiter verdient in der Schweiz ca. 18.00 – 24.00 Fr in der Stunde.

erste Lohnabrechnung in der Schweiz

Nachdem man die erste Lohnabrechnung bekommen hat, wird man verwundert feststellen, dass ziemlich viel hängen bleibt am Monatsende. Anders als in Deutschland muss man seine Krankenversicherung und die Steuer selber entrichten. Sollte man im Besitz eines B Ausweises sein, so wird man Quellen versteuert. Man bekommt die Steuer automatisch am Monatsende abgezogen. Bei einem C Ausweis muss man diesen betrag auf die Seite legen. 10% vom Einkommen sollten auf ein separates Sparkonto gelegt werden. Man kann davon ausgehen, dass ein ganzer Monatslohn für die Steuer am Jahresende fällig wird.

Es gibt in der Schweiz zwei Rentenkassen, einmal die Staatliche Rentenkasse und einmal die zweite Säule welche zum teil vom Arbeitgeber übernommen wird. In der Schweiz zahlt man in 10 Jahren so viel Geld ein, wie in Deutschland in 30 Jahren.

arbeitslos in der Schweiz Arbeitslosengeld

In der Schweiz kann man schneller arbeitslos werden, als man bis drei zählen kann. Es ist erlaubt einen Mitarbeiter ohne Begründung zu entlassen. Wenn einem Chef das Gesicht nicht gefällt kann er einen entlassen. Das Passiert sogar öfter als man denkt. Was in meinen Augen ein sehr krasses Problem darstellt. Den so erhöht der Arbeitgeber ständig den Druck und verlangt zum Teil das unmögliche. Da die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sehr hoch sind, aber auch der Wohlstand auf einem sehr hohen Niveau ist, möchte es keiner riskieren gekündigt zu werden. Weshalb die Menschen in der Schweiz oft am Limit laufen.

Solltest es einmal zu Arbeitslosigkeit kommen, ist man sehr gut versichert. Hat man 18 Monate durchgearbeitet, bekommt man 400 Tagegelder Arbeitslosenentschädigung. Das entspricht etwa 22 Monate.

Das Arbeitsamt (RAV) in der Schweiz schaut dem Arbeitssuchenden sehr streng auf die Finger. Es muss monatlich eine gewisse Anzahl Bewerbungen vorgewiesen werden. Termine müssen eingehalten werden ansonsten bekommt man von der Arbeitslosenkasse einige Tagegelder abgezogen. Anders als in Deutschland, ist der Service im RAV sehr gut. Man wird unterstützt und bekommt jede erdenkliche Hilfe. Warteschlangen oder stundenlange Wartezeiten wird man im RAV nicht erleben. Es ist alles sehr gut koordiniert und strukturiert. Kompetente Mitarbeiter sind immer über Email kontaktierbar.

Es gibt auch die Möglichkeit, sein Arbeitslosengeld nach Deutschland in zu exportieren und das in voller Höhe. Allerdings nur für 3 Monate.

Auf dem Arbeitslosenrechner kann man seinen Anspruch und die Tagegelder berechnen.
https://www.arbeitslosenrechner.ch

Wohnung in der Schweiz finden

Miete Kosten und Mietkaution in der Schweiz

Wohnungen sind in der Schweiz sehr Teuer. Für eine 3-4 Zimmer Wohnung muss man in der Regel mindestens 1450 – 1800 Fr einplanen. In Basel, Zürich oder Bern sind die Mietpreise erheblich teurer. Als Faustregel kann man sagen, dass ein Drittel des Einkommens kann als Budget für Miete verwendet werden kann.

Eines sei noch erwähnenswert. In der Schweiz gehören Einbauküchen zum Standard in jeder gemieteten Wohnung. Diese sind meist sehr hochwertig und mit sehr guten Geräten ausgestattet.

Eine Mietkaution ist ebenfalls üblich 1-3 Monatsmieten können vom Vermieter verlangt werden.

Wohnungen findet man
https://www.homegate.ch
https://www.comparis.ch
https://www.immoscout24.ch

Wohnung kündigen in der Schweiz

Die meisten Verwaltungen haben feste Kündigungszeiten. Es ist nicht wie in Deutschland üblich das man zum Ende eines jeden Monats kündigen kann. Meistens sind Übergametermine festgelegt, und zwar immer zum Anfang eines Quartals. Es ist wichtig auf dem Mietvertrag zu schauen bevor man eine neue Wohnung anmietet.

Lebensunterhalt in der Schweiz

Das die Schweiz teuer ist zeigt sich nicht nur im Supermarkt, auch Unternehmungen kosten meist doppelt so viel wie in Deutschland. Ein Kinobesuch zu dritt, mit Popcorn und Getränk, kostet schnell 100 Fr (92 €).

Wer mit der Gondel eine Fahrt auf den Titlis oder zum Trübsee unternehmen möchte, ist schnell 55-158 Fr pro Person los (50-145 €). Meist werden diese Fahrten nur in eine Richtung berechnet und der Rückweg ist teurer als der hinweg.

Auswärts Essen

Als Indikator kann man hier den Big Mac® von Mc Donalds nehmen. Die Schweiz hat den teuersten Big Mac® der Welt. Mit 6.90 Fr (6.40 €) ist allein der Burger so teuer wie hierzulande ein ganzes Menü.

Quelle. Statista https://de.statista.com/statistik/daten/studie/199335/umfrage/big-mac-index–weltweiter-preis-fuer-einen-big-mac/

Eine kleine Salamipizza Pizza kostet in der Schweiz 19 Fr im Vergleich zu Deutschland, wo eine Salamipizza 6-7 € kostet ist der unterschied sehr groß.

Ein Restaurantbesuch Pizzeria, Stake-House oder Vergleichbares kostet für 3 Personen 150 – 180 Fr (137-165 €)

Preise Dienstleistungen Schweiz

Sehr teuer sind Dienstleistungen wie Autoreparaturen oder andere Handwerkliche Leistungen. Was natürlich dem hohen Lohnniveau zu verdanken ist.

Lebensmittelpreise Schweiz

Coop und Migros sind in der Schweiz wie Aldi und Lidl in Deutschland. Zwar ist sind Aldi und Lidl auch in der Schweiz vertreten, doch diese Läden sind nicht so gut besucht wie in Deutschland.

Coop und Migros sind Marktführer in der Schweiz gefolgt von Denner. Hier einige preise im vergleich zu Deutschland.

ACHTUNG: Preise beziehen sich auf SB Fleisch und Regalware. Fleischpreise an der Theke sind 4 – 6x teurer als in Deutschland. In der Schweiz habe ich einmal für ein 250g Dryage Stake an der Theke 70 Fr (64.27 €) gezahlt.

Schweiz Preise sind in € Kurs 1.09 CHF Schweiz Deutschland
Milch 1.47 0.71
Vollkornbrot 500g 2.62 – 3.30 0.49 – 0.99
Weizenbrötchen 0.98 – 1.12 0.19
6 Bio Eier 5.05 1.39 – 1.69
Broccoli 1 KG 9.00 – 9.50 1.48 – 1.72
Jacobs Kaffee 500g 8.08 5.49
 Hähnchenbrust 1 KG
100g
31.13
3.11
6.80
0.68
BIO Hähnchenbrust 1 KG
100g
49.90
4.99
24.90
2.49

Nicht Alkoholische Getränke, wie Wasser, Cola und Icetea sind in der Schweiz im einiges Günstiger als in Deutschland.

Quelle.

Schweiz Preise sind online gleich wie vor Ort.  Migros ist im vergleich zum Coop etwa 8% günstiger. Allerdings sind die Qualitativen unterschiede, wie Edeka im Vergleich zu Lidl in Deutschland.

https://www.coopathome.ch
https://www.migros.ch/de.html

Deutschland Aldi – Lidl – Kaufland
https://www.supermarktcheck.de

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